Donnerstag, 8. März 2012

Filmkritik: Hugo Cabret



"Alles funktioniert wie ein Uhrwerk in dem jeder seine Aufgabe hat"
Dem renommierten US-Filmemacher Martin Scorsese ist ein weiteres Werk, moderner Filmkunst gelungen. Scorsese, der italienische Wurzeln hat, arbeitet als Regisseur, Drehbuchautor und Produzent.

Sein neuester Film "Hugo Cabret" hat bei den diesjährigen Oscarverleihungen reichlich abgesahnt.
Insgesamt fünf Oscars durfte der Film mit nach Hause nehmen. Unter anderem für folgende Kategorien:

- beste Kamera (Robert Richardson)
- beste Spezialeffekte
- bester Tonschnitt
- beste Tonmischumng
- beste Art Direction


Der 3D-Film "Hugo Cabret" ist die Verfilmung des Kinderromans "Die Entdeckung des Hugo Cabret" von Brian Selznick.

Er spielt im Paris der 30er Jahre und handelt von dem Halbweisen Hugo Cabret welcher mit seinem Vater, einem hochtalentierten Uhrmacher, im Museum arbeitet und lebt. Eines Tages finden sie auf dem Dachboden des Museums eine "mechanische Figur" die Schreiben kann. Zusammen mit seinem Vater restauriert Hugo diesen Apparat um ihn wieder zum Laufen zu bringen. Bei einem Brand im Museum stirbt der Vater allerdings unerwartet.

Um nicht ins Waisenhaus zu müssen, nimmt Hugo´s Onkel, ein einfältiger Trinker, Hugo zu sich auf. Er lebt hinter den Gemäuern des großen Pariser Bahnhofes Gare Montparnasse und zieht dort regelmäßig die Uhren auf.
Eines Tages verschwindet der Onkel und wird später tot aufgefunden. Von da an lebt Hugo untergetaucht und versteckt, vor dem petantischen Stationsvorsteher, hinter den Gemäuern und stellt nun selbstständig die Uhren nach.
Von nun an ist er von der Vorstellung getrieben, dass der "mechanische Mensch" ihm eine Nachricht seines toden Vaters übermitteln möchte. Mit Hilfe dessen Notzibücher repariert der Junge den Roboter. Allerdings fehlt ihm ein wichtiger Herzschlüssel um die Maschinerie in vollen Gang zu bringen.

Während seiner Streifzüge durch den Bahnhof, lernt Hugo die gleichaltrige Isabelle kennen. Sie ist die Nichte, des im Bahnhof ansässigen Spielwarenhändlers Georges Méliès.
Zufällig entdeckt Hugo, dass Isabelle den dringend benötigten Herzschlüssel um den Hals trägt. Gemeinsam gehen sie das Abenteuer ein und verwenden den Herzschlüssel am mechanischen Apparat.
Dieser zeichnet das Bild einer Rakete die in das Auge des Mondes geschossen wurde. Eine Szene aus dem Film "Reise zum Mond" von Georges Méliès. Dies war der erste Film den Hugos Vater im Kino sah und von dem er seinem Jungen immer wieder begeistert erzählte.
Nachdem Cabret und Isabelle viel recherchiert haben, finden sie heraus, dass Isabelles Onkel früher ein überaus talentierter Mechaniker, ein großer Zauberer und vorallem eine großartige Kinolegende war. Er war der Pionier "Träume auf Leinwand zu bringen". Mittlerweile aber verkauft dieser zurückgezogen und traurig, Spielwaren im Bahnhof. Die Recherche ergibt, dass der Krieg das Interesse der Menschen an Filmvorführungen zerstörte. Um sich nicht zu verschulden musste Georges seine Filmstreifen an eine Schuhfirma verkaufen. Somit starben auch alle seine Illusionen. Von dem Geld kaufte er sich das Spielwarengeschäft im Bahnhof in dem er nun Tag für Tag traurig versucht mit der Vergangenheit abzuschließen.
Doch Hugos "mechanischer Mensch" hat mit seiner Zeichnung "Reise zum Mond" den Hinweis darauf gegeben den alten Méliès wieder zum Leben zu erwecken. Es ist Hugos und Isabelles Aufgabe, dass der damals so berühmte Filmemacher Georges Méliès, aus seiner Desillusion geführt wird. Hugo bringt ihm, nach einigen Strapazen, den "Apparat" zurück, welchen er vor vielen Jahren eigenhändig gebaut hat. Der alte Leinwandheld gewinnt durch die Kinder neuen Mut und merkt, dass seine Filmarbeit nicht umsonst war und das nachfolgende Generationen durchaus Kinointeressiert sind. Einige Monate später werden zu Ehren Méliès, 80 seiner Filme, die wiedergefunden wurden bei einer Vorstellung, gezeigt.


Die märchenhafte 3-D Verfimlung ist eine Homage an das Kino, seine Pioniere und Filmhelden und zugleich eine teils biografische Erzählung Scorseses. Erwähnt werden die Brüder Lumiére und natürlich Georges Méliès, immer wieder tauchen kleine Assoziationen der Filmgeschichte auf.
Beeindruckt hat mich die 3D Technik. Dadurch wurde man noch tiefer in den Bann des Filmes gezogen. Die Technik ist sogar so gut, dass man fast jede Pore in den Gesichtern der Darsteller zählen kann. Die Kostüme, die Kameraführung (wofür der Film berechtigt einen Oscar erhielt), der Charme Paris in den 30 Jahren und die beeindruckende Leistung der Schauspieler, vor allem die, des jungen Asa Butterfield, der schon in der Verfilmung "Der junge mit dem gestreiften Pyjama" in einer Hauptrolle glänzte, geben dem Film eine Harmonie. Die Story finde ich grundsätzlich wundervoll, jedoch fehlte mir schlicht der "rote Faden" in der Erzählung. Erst handelt alles von dem Vater Cabret und man erwartet mehr über ihn, seine verstorbene Frau und seinen plötzlichen Tod zu erfahren. Doch dann wendet sich das Blatt und es steht plötzlich die Geschichte des Georges Méliès im Vordergrund. Hier war mir der Cut zwischen beiden Geschichten zu groß. Teilweise lief die Story etwas langatmig ab, hier hätte man auch kürzen können. Die humorvollen Szenen, der Nebendarsteller brachten hier ein wenig Lockerheit ins Geschehen.
Es ist dennoch ein Film den man aufgrund seiner künstlerischen Umsetzung gesehen haben soll. Allein schon die Besetzung mit

Asa Butterfield : Hugo Cabret
Chloé Grace Moretz: Isabelle Méliès
der großartige Ben Kingsley: Georges Méliès
Sacha Baron Cohen (auch bekannt als Ali G. hier in einer wirklich wunderbaren Rolle): Stationsvorsteher
Helen Mc Croy: Mama Jeanne
Jude Law: Hugos Vater
Christopher Lee: Monsieur Labisse
uva.

verleiht dem Film eine unheimliche Charakterstärke. Außerdem produzierte Johnny Depp den Film mit.

Ein für mich sehr wichtiger Punkt ist, wie in jedem Film das Kostümbild. In Hugo Cabret war hierfür die britische Kostümbildnerin Sandy Powell zuständig. Das sie etwas von ihrer Arbeit versteht, kann man unter anderem in den gelungenen Kostümen der Filme: Interview mit einem Vampir, Shakespeare in Love, Gangs of New York und The Aviator bewundern.


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Herzton freut sich über jeden Kommentar und dankt dir ganz herzlich